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Zhuang Zi Speaks I: The Music of Nature. Traditional Chinese Culture Series - The wisdom of the classics in comics [bilingual Classical Chinese, English]. ISBN: 7-80188-514-7, 7801885147, 978-7-80188-514-2, 9787801885142
Evaluation: 4 of 5 stars! (4/5)

Date: 29.08.2008
Author: Ms. L.

Review:
Zhuangzi war ein einflussreicher chinesischer Philosoph, der von 370 bis 301 v. Chr. lebte, ungefähr 200 Jahre nach Laozi (Laozi ist der Autor des DAODEJING). Er schrieb ein Buch, das nach ihm benannt wurde, das „ZHUANGZI“. Diese Schrift wurde zu einem der Hauptwerke des Daoismus, und sein Autor zu einem daoistischen Heiligen, er wird so in etwa wie die rechte Hand Laozis gesehen.

Sowohl das DAODEJING als auch das ZHUANGZI werden für ihre zeitlose, philosophische Tiefe und für ihre Anmut verehrt. Während das DAODEJING für seinen seelenerfüllten, brillant aufblitzenden kurzen Stil geliebt wird, wird das ZHUANGZI für seine Schärfe und seinen ausführlichen Diskurs geschätzt, der trotz seines Wortreichtums auch die verbale Logik ad absurdum zu führen weiß und vielleicht über seine Ausführlichkeit vielen zugänglicher ist als der bald kryptisch kurze Daodejing.

Das ZHUANGZI gilt als unmöglich zu übersetzen, und bleibt doch auch in anderer Sprache ein bemerkenswertes Buch. Einige benennen es als erste anarchistische Schrift der Weltgeschichte. Ich las es als romantischen Cut Up - romantisch wie bei Edogawa Rampo und Kollegen. Zhuangzi lässt verschiedene Anekdoten, Parabeln und Ideen feingliedrig ineinander fließen, er vermischt Phantastisches mit Historischem und Alltäglichem. Das ZHUANGZI entspricht in seiner Textur der daoistischen Vorstellung, die Welt sei eine lebendige Unordnung. Schnell treibst du davon in der traumhaften, flüssigen Verschachtelung, der Text durchdringt dich, aber, ach, kaum hast du das Buch weggelegt, erwachst du ohne dich an irgendetwas erinnern zu können.

Abhilfe schafft da die Comicadaption ZHUANGZI SPEAKS - THE MUSIC OF NATURE, zusammengestellt und illustriert von Tsai Chih Chung. Zhuangzis Erzählungen, die oft ineinander übergehen, werden im Comic zu kleineren, in sich abgeschlossene Einheiten zusammengefasst. Das ist einerseits schade, weil das mehrschichtige an- und abschwellen des originären Textes verloren geht, macht jedoch einzelne Episoden memorisierbar und erleichtert so den Einstieg zum ZHUANGZI. Die Comicadaption kommt bei erster Sicht etwas flach rüber, vor allem, wenn man das ZHUANGZI selber nicht gerade im Kopf präsent hat. Liest man beide Vesionen nacheinander oder simultan, treten sie bald in humorvoller und dimensionsreicher Wechselwirkung zu einander, ich würde jetzt keins der beiden missen möchten. Also, gönnt euch den Luxus, und lest sowohl das ZHUANGZI, als auch die Comicadaption.

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